Neue Platten

GoGo Penguin - A Humdrum Star

Genre: Indie Jazz
Label: Blue Note (Universal)
CD; VÖ: - 09.02.2018

Bei Licht betrachtet, sehen GoGoPenguin aus wie ein stinknormales Jazz Trio, Besetzung Flügel, Kontrabass und Schlagzeug. Legen die Jungs aus Manchester aber erst mal los, wird ganz schnell klar, dass es hier um weit mehr geht, als um schnöden Jazz, den man in jedem zweiten Club präsentiert bekommt, denn Piano-Trios haben Konjunktur. GoGoPenguin waren schlau genug, sich nicht auf traditionelles Selbstverständnis und herkömmliche Riten zu verlegen und damit nur „pars inter pares” zu sein. Chris Illingworth, Nick Blacka und Rob Turner geben auf ihrem nunmehr vierten Album unzweideutig zu verstehen, dass sie ihr Metier aus einem ganz anderen Blickwinkel sehen, nämlich als eine zeitgemäße Mischform aus Pop, Rock, Klassik, Ambient und Jazz. Eine Elektronikband könnte also mit dem Material von GoGo Penguin problemlos umgehen, so kompatibel ist die Musik zu aktuellen Pop- und Breakbeatstrukturen.
Das Album beginnt überaus sacht mit sehr melancholisch-chilligen Ambientsounds, wo sich ein gefühliges Piano auf einem wabernden Klangteppich entfaltet. Nicht umsonst heißt der erste Titel auch „Prayer”. Im weiteren Verlauf jedoch wird die Reise zunehmend energetischer und das Trio schwingt sich zu euphorisierender Impulsmusik auf, die einerseits glockenhell und verspielt ist, andererseits aber auch improvisatorisch viel Tiefgang aufweist. Streckenweise hat man das Gefühl, die drei würden einen Instrumentalsoundtrack für eine Band wie „Everything Everything” liefern. Speziell das Stück „Bardo” lässt, nicht zuletzt durch das nervöse Drumming von Rob Turner, solche Assoziationen aufkommen.
GoGo Penguin haben mit „A Humdrum Star” erneut bewiesen, was es heißt, intelligenten JazzPop zu produzieren. Ein Album von echter Größe.

www.gogopenguin.co.uk

Aus dem Jahr 2014:
GoGo Penguin - v2.0