Neue Platten

Aksak Maboul - Un peu de l’âme des bandits

Genre: Indie Elektro Pop
Label: Crammed Discs (Indigo)
CD; VÖ: - 26.01.2018

Mit dem etwas sperrigen, aber dennoch sehr gelungenen Album „Visions of Ex-Futur” von Véronique Vincent und Aksak Maboul hatten wir uns ja bereits 2016 einwenig auseinandergesetzt. Ein Werk, das in den frühen 80ern von Marc Hollander, dem späteren Labelchef von Crammed Discs, konzipiert und realisiert wurde, seinerzeit aber kaum Anerkennung fand. Aus dieser sehr experimentellen Zeit stammt nun auch „Un peu de l’ame des bandits”, das Hollander 1980 zusammen mit Michel Berckmans (Fagott/Oboe), Frank Wuyts (Keyboards), Dennis Van Hecke (Cello), Fred Frith (Bass/Gitarre) und Chris Cutler (Drums) eingespielt hatte. Gastsängerin war Catherine Jauniaux. Ein Album voll von Polyrhythmen, bizarren Klangexperi­menten, wagemutigen Harmonien und freier Improvisation. Ganz sicher nur ein Fall für abenteuerfreudige Freigeister, die sich vielleicht noch an eine damals in England existente Bewegung namens „Rock in Opposition” (RIO) erinnern. Vorboten dessen, was bei uns später die Einstürzenden Neubauten weiter ausbauten. Aksak Maboul waren also ein ziemlich experimentierfreudiger Verbund von Musikern, die ihre Aufgabe darin sahen, weit abseits des Mainstreams ihre kreative Energie freizusetzen. Wer einen Faible für restaurierte Klangversuche aus den 80ern hat, und noch mal nachvollziehen will, was man vor über 35 unter musikalischer Avantgarde verstanden hat, der sollte hier mal vorbeischauen. Das Anschauungsmaterial ist erstaunlich vielseitig und wird ergänzt durch eine zweite (Bonus)Veröffentlichung, die sich „Aksak Maboul – Before and after Bandits” nennt, und 10 weitere Live-Beispiele dieser Band zwischen 1977 und 1980 enthält.

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