Neue Platten

Sigurd Hole - Elvesang

Genre: Jazz
Label: Elvesang
CD; VÖ: - 19.01.2018

Bassisten, erst recht im Pop- und Rock-Bereich, aber durchaus auch im Jazz, gehören meist nur zur Garde der zweiten Reihe, werden also, wenn überhaupt, nur selten als prägende Musiker wahrgenommen. Folgedessen gibt es nur wenige Tieftonspezialisten, die über mehr als nur den Zuarbeiterstatus hinauskommen. Legendäre Figuren wie Jaco Pastorius oder Charles Mingus liegen bereits schon seit längerem unter der Erde und die lebendigen kämpfen einen harten Kampf der Anerkennung. Ein ziemlich vielseitiger Bassist der Gegenwart hört auf den Namen Nenad Vasilic und ist zwischen Österreich und dem Balkan stationiert. Ein nicht minder renommierter Kollege aus dem hohen Norden ist Sigurd Hole aus Norwegen, der sich bisher vor allem als Sideman von diversen Scandi-Jazzern seine Lorbeeren verdient hat. So war Sigurd Hole bereits für Musiker wie Helge Lien oder Karl Seglem tätig, aber auch mit seinem eigenen Eple Trio feiert er immer wieder Erfolge. Nun endlich hat er ein Soloprojekt (inklusive ein eignes Label) lanciert, bei dem er ganz auf sich alleine gestellt, die vielen Variationsmöglichkeiten seines Kontrabasses auslotet. „Elvesang” (Flussgesang) ist also weniger ein Album, das man so nebenher hören kann, sonder es fordert Konzentration. Eine knappe Dreiviertelstunde lang beschäftigt sich Hole mit unorthodoxen Spielweisen, schafft suggestive Klangräume und kreiert Rhythmen, die den Kontrabass sowohl von einer sehr zarten, als auch kraftvollen Seite zeigen. Vor allem inspiriert von seiner norwegischen Heimat, kann man Sigurd Hole als einen überaus kreativen Solisten kennenlernen, der sein Instrument wie kaum ein zweiter zu handhaben versteht.

www.sigurdhole.no