Neue Platten

Undertaker’s Mom - Stories From The Graveyard …

Genre: Folk Pop
Label: Three Saints Records
Doppel-CD; VÖ: - 15.12.2017

„Breit aufgestellt” ist mal wieder so ein unsägliches Modewort, das geleckte Konzernschefs sehr gerne in den Mund nehmen, um sich mit ihren globalen Strategien zu brüsten. Wenn dieser Ausdruck also nicht so abgenudelt und phrasenhaft wäre, würde er sicher auch ganz gut zum Innsbrucker Plattenlabel „Three Saints Records” passen, denn das Unternehmen von Herbert Pixner hat neben „Neuer Volksmusik” auch eine ganze Menge anderer Genres zu bieten, ist also vielseitig ausgerichtet aka „breit aufgestellt”. Neben klassischer Volksmusik, Blues, „Gipsy Jazz” oder „Flamenco Jazz” bereichert nun auch noch extravaganter Folk-Pop das Spektrum des Labels.
Die Band, um die es sich dabei dreht, kommt aus dem Südtiroler Passeiertal, ist mit einer ordentlichen Portion Extravaganz ausgestattet und nennt sich entsprechend „Undertaker’s Mom”, verstreut also mächtig morbiden Friedhofscharme, etwas, was im benachbarten Österreich in bestimmten Zirkeln schon eine lange Tradition hat. Die südtiroler Bestatter (die Besetzung schwankt von vier bis sieben Mitgliedern) kleiden sich vorwiegend in schwarz, ihr poetisch-lyrischer Ansatz ist von entsprechend farbigem Humor gekennzeichnet. Der Output ist allerdings alles andere als düster, auch wenn Chefbestatter Stefan Holzknecht alias „Reverend Woodman” die stilistische Einordnung als „Dark Folk” gerne akzeptiert. Und davon gibt’s reichlich. Die Doppel-CD mit insgesamt 18 Stücken ist vor allem zur Winterszeit sehr gut im heimischen Ambiente einsetzbar, denn viele der Songs sind in der Tat sehr folkig und vorwiegend akustisch angelegt und die englischen Texte passen sich elegant den melodiösen Stücken an. Schließlich kann (und soll) ein Friedhof ja auch ein Ort der Heiterkeit sein. Diesen Spagat packen „Undertaker’s Mom” perfekt und sind daher sehr zu empfehlen.

www.threesaintsrecords.com