Neue Platten

Rokia Traoré - Né So

Genre: Westafrika
Label: None Such (Warner)
CD; VÖ: - 11.03.2016

Rokia Traoré setzt mit „Né So” ihren zweigleisigen Weg fort. Westafrika und Europa in trauter Zweisamkeit. Alle elf Songs dieses Albums klingen auf den ersten Ton sehr afrikanisch, der westeuropäische Unterbau ist aber ebenso deutlich auszumachen. Produziert hat, wie beim letzten mal, der Brite John Parish, Garant für einen massgeschneiderten Sound zwischen Pop- und Weltmusik.
An interessanten Songs mangelt es auf dieser CD daher keineswegs. Ein leichtfüßig-wippender und angenehm rhythmisierter Chanson-Afrique eröffnet das Album mit Ngoni und E-Gitarre. Es folgt staubiger Karawanenrock mit Texten auf Bambara, der Sprache der Westafrikaner, und bei dem Titel „Kenya” könnte beispielsweise ein gewisser Salif Keita Pate gestanden haben. Der typische Call- und Response-Gesang wird hier mit drei Background-Sängerinnen perfekt umgesetzt. Vor allem aber die zarten Songs wie „Mayé” oder „Kolokani” machen dieses Album zu einem Hörvergnügen. Dank kunstvoll integrierter Gitarrenarbeit und satten groovenden Basslinien (u.a. von Reggie Washington und John Paul Jones von Led Zeppelin) gelingt immer wieder auf sehr beeindruckende Weise das Kunststück der musikalischen Symbiose. Das Album klingt aus mit „Strange Fruit”, einer sehr bewegenden Coverversion aus der Feder von Billie Holiday sowie dem Poetry Slam-Stück „Sé Dan”, das Rokia Traoré mit Devendra Banhart zusammenführt. Ein klarer Fall von Top-Album.

www.rokiatraore.net

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