Neue Platten

Coconami - San

Genre: Singer/Songwriter
Label: Trikont (Indigo)
CD, VÖ: - 30.05.2014

Die Grundidee war, ist und bleibt genial: Bekannte Hits aus dem Indie-Lager sowie bayerische Volksweisen mal ganz anders auftischen - reinterpretiert nur mit einer zarten Frauenstimme und begleitet von einer Ukulele. Dieser Geniestreich schlug in Musikkreisen ein wie eine Bombe. Das Debutalbum der japanischen Coconamis wurde im Nu zu einem Renner. Das war 2008. Zwei Jahre später dann „Ensoku“, die nicht minder gelungene Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Die anschließende Sendepause von fast vier Jahren konnte man fast schon als das schleichende Ende eines Höhenfluges interpretieren. Doch siehe da, gut Ding will Weile haben. „San”, die dritte CD von Coconami, überrascht durch 15 neue Perlen, ganz so wie man es insgeheim erwartet hatte, aber nicht mehr so ganz dran geglaubt hat. Das Konzept ist geblieben, die Originalität hat sich gesteigert. Das fängt schon damit an, dass der Italo-Schlager „Azzurro” (aus der Feder von Paolo Conte und zum Welthit gemacht von Adriano Celentano) erst mal nur als „spoken word” daherkommt. Erst später setzt Nippon-Nami in fast perfektem italienisch sowie unvergleichlich warmen Timbre zum Gesang an. Und die Reihe von eigenwillig recycelten Kassen­schlagern setzt sich stetig fort. Henri Mancini, die Spider Murphy Gang, die Comedian Harmonists oder der Tom Tom Club liefern perfekte Vorlagen für den Coconami-Cosmos. Aber auch so bekannte Nummern wie „Blue Moon“ oder „Ghost Riders in the Sky” erfahren durch das Japan-Duo eine beflügelte Neuauflage. Ganz zu schweigen vom Coconami-Anhang Ferdl Schuster, der sich mit dem Titel „Die Lederhosn” dem Oberlandler Kraudn Sepp gefährlich identisch annähert. Die Befürchtung, den Coconamis könnte so langsam die Puste ausgehen, ist also völlig unbegründet. „San” ist wieder mal perfekte Unterhaltungsmusik auf hohem Niveau.

www.coconami.com
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