Neue Platten

Dirk Blümlein Terzett - Fette Beute

Genre: Jazz
Label: Rodenstein Records (Our Distribution)
CD, VÖ: - 22.03.2011

Ein Terzett, so lehrt uns der Duden, ist entweder ein dreistimmiger musikalischer Vortrag oder eine Gruppe von drei gemeinsam singenden Solisten oder eine Gruppe von Personen, die häufig gemeinsam in Erscheinung treten. Letzteres wird es wohl sein, was Dirk Blümlein dazu bewogen hat, diese Mengenbezeichung für sein seit gut sieben Jahren bestehendes Projekt zu wählen. Ein leicht antiquierter Begriff im übrigen, denn ich muß da jedenfalls immer an das „Medium-Terzett” aus den 60ern denken. Aber mit der Welt des schnöden Schlagers hat der Bassist Dirk Blümlein nun so gar nichts am Hut. Seine Welt ist eher ambivalent. Einerseits macht er gediegenen Pop mit der Gruppe „Fool’s Garden” (wir erinnern uns an das immer­grüne Südland-Gewächs „Lemon Tree”) oder er zieht die etwas intellektueller angehaucht Jazzschublade auf und macht einen auf Jaco Pastorius, zusammen mit Eck­hard Stromer am Schlagzeug und Andreas Francke an Altsaxophon oder Klarinette. So ist denn auch die „Fette Beute” aus dem Stall Rodenstein ein elektro-akustisches Bindeglied aus Funkjazz und Fusionpop. Obwohl Blümlein als Bassist sich nicht ständig durch nervige Sololäufe oder Mark King Slaps in den Vordergrund schiebt, ist er doch auf den 12 Tracks dieses Albums gut hörbar, sprich allgegenwärtig. Er ist halt ein knuffig und bestimmt aufspielender Dicksaiter, der seine beiden Partner ideenreich unterstützt. Für einen gelungenen melodiösen Oberbau sorgt der bereits erwähnte Andreas Francke mit einer saxophonischen Improvisationsarbeit, die angenehm unaufdringlich, aber immer sehr präsent ist. Stromer, der Drummer schließlich, hält beide mit seinem rastlosem Geklöppel virtuos zusammen. Ein flotter und vor allem absolut gleichberechtigter Dreier, der dem Genre Modern Jazz gut zu Gesicht steht.

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